Ein paar weitere grandiose Nummern …

Klaus Brandl konnte am vergangenen Samstag in der Kneipenbühne genau wie schon vor knapp anderthalb Jahren sein zahlreiches Publikum packen und während eines Drei-Stunden-Mammut-Konzertes vom ersten bis zum letzten Ton auf Spannung und bei Laune halten. Der Nürnberger Bluesgitarrist der ersten Stunden, seit den siebziger Jahren in der fränkischen Szene unterwegs und inzwischen zu einer Art Kultfigur geworden, hat ein paar gewichtige Vorbilder, an denen er sich orientiert, ohne sie zu imitieren.

Neben Tom Waits ist das Ry Cooder. Texte wie „November Is My Spring“ oder „Diamonds from Dust“ zeigen, dass Brandl Waits’sche Lyrik verinnerlicht hat. Gefühlvolle, melodische Balladen voller Innigkeit beweisen, dass er Ry Cooders kunstvolle Art, Gitarre zu spielen, verstanden hat und souverän umzusetzen vermag. Aus der Mischung entsteht ein ganz eigener, ganz eigenwilliger Stil, den er im Laufe der Jahre kultiviert und nahezu zur Vollendung gebracht hat. „Nahezu“ deshalb, weil Brandl durchaus noch nicht am Ende seiner Schaffenskraft angekommen ist und ihm bestimmt noch ein paar weitere grandiose Nummern einfallen werden.

An Brandls Seite stehen routinierte Musiker wie der Mundharmonikaspieler Curley Kauper, der Tenorsaxophonist James T. Durham und der exzellente Keyboarder Willi Förtsch, die mit ihrer gepflegten, sensiblen Unterstützung Brandls Musik auf eine hohe ästhetische Stufe stellen, auf der anderen Seite aber auch mit wilden Improvisationen aufwarten können.

Golly Hertlein

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